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Reitverein Sonnenstein » Die Berichte » Julia » Herbstrose » 26. Die Drohung 2 » Hallo Gast [anmelden|registrieren]
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Julia Julia ist weiblich
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1831 Wörter

26. Die Drohung 2 Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       IP Information Zum Anfang der Seite springen

„Was hat das zu bedeuten?“, schrie ich ihn an und hielt ihm diesen blöden Zettel unter die Nase. Völlig aus dem Konzept gebracht stand Christoph in meinem Flur und las sich die Drohung durch, die ich vor kurzem erhalten habe.
Mit einem bösen Blick wartete ich auf seine Antwort.
Dann sah er mich an, aber er schwieg. In seinen Augen konnte ich Furcht und Wut zugleich erkennen.
„Wer schreibt so was?“, fragte ich erneut.
„Ich kümmere mich darum, mache dir keine Sorgen“, meinte er nur und öffnete hastig die Haustür.
„Wo willst du hin? Rede gefälligst mit mir?“, brüllte ich ihn an.
Doch er hörte mir nicht zu, sondern rannte die Treppen wie ein Wahnsinniger herunter.
Meine Augen brannten und ich konnte einen Schwall der Tränen nicht unterdrücken. Ich schloss die Tür wieder und ließ mich auf den Boden sinken.
Es war einfach zuviel für mich. Ich konnte mir natürlich denken, wer diese Blödsinn in meinen Briefkasten geworfen hatte, aber ich wusste einfach nicht warum sie das tat.
Meine beiden Haustiere, Franzi und Schnurri, kamen anscheinend, um mich zu trösten. Sie sahen mich mit ihren warmen, dunklen Augen an und waren verwundert, warum ich schluchzend auf dem Fußboden rumkroch.
Dies erhellte meine Miene etwas und ich hörte schlagartig auf mit Weinen. Schnurri setzte sich auf meinen Schoß und ich kraulte meine Hündin hinter den Ohren.
Während ich so da saß, beruhigte ich mich langsam, dennoch war ich aufgewühlt und wusste absolut nicht, wo mir der Kopf stand.
Ich stand wieder auf, da es mir auf dem Laminatboden zu kalt wurde. Schnurri miaute schimpfend und streckte sich.
Doch die beiden Quälgeister folgten mir in die Küche.
Um mich abzulenken, wollte ich mir etwas kochen. Ein Blick in den Kühlschrank verriet mir, dass ich noch Würstchen und Kartoffelbrei da hatte. Dazu konnte ich mir ein wenig Gemüse aus dem Tiefkühler aufwärmen.
Ich stellte die Pfanne auf den Herd, schnitt ein wenig Margarine hinein und ließ sie schmelzen. Mit einer Gabel verteilte ich das Fett und nach einer Weile brutzelten die Würste vor sich hin und ich setzte das Wasser für den Brei auf.
Damit meine Tiere auch nicht zu kurz kamen, füllte ich ihre Futternäpfe auch auf. Als ich die Dose zudrückte und in den Mülleimer schmeißen wollte, klingelte urplötzlich das Telefon im Flur.
Mein Herz klopfte automatisch schneller, als ich dem Klingeln näher kam.
Mit zittrigen Händen nahm ich den Telefonhörer ab.
„H…H…Hallo.“, stammelte ich hinein.
Es war aber nur Christoph.
„Hi. Ich habe mit Anja über diesen Zettel gesprochen. Sie meint, sie wäre es nicht gewesen. Ich habe ihr aber nicht geglaubt und ihr geraten, dich in Ruhe zu lassen“
„Ich hoffe sie lässt mich ab sofort in Frieden“, meinte ich, aber ich war mir dessen nicht so sicher.
„Glaub mir, es wird alles gut. Ich muss nochmal in den Stall rüber fahren, habe etwas vergessen. Danach komme ich sofort zu dir“
„Bis dann“, sagte ich und legte auf.
Ich wandte mich um, um wieder in die Küche zu gehen, als das Telefon erneut anfing zu läuten.
Natürlich dachte ich es wäre wieder Christoph
„Was ist denn noch?“, fragte ich in den Hörer. Doch ich bekam keine Antwort. Es war nur ein Rauschen zu hören.
„Wer ist da?“, polterte ich los.
Im Hintergrund konnte ich nun eindeutig ein Pferdewiehern vernehmen.
Ich schmiss den Hörer von mich und zog den Telefonstecker aus der Dose.
Mein Hirn schaltete sofort und mir war klar, dass es nicht Christoph sein konnte, der im Stall war. Er konnte ja schlecht von der einen Minute zur anderen Minute an einem anderen Ort sein.
Eilig rannte ich in die Küche und schaltete die Herdplatten aus, griff mir meinen Mantel, zog mir die Schuhe über und nahm mir meine Tasche
Sie würde ihre Drohung wahr machen, schoss es mir durch den Kopf. Mit schnellen, aber wackligen Schritten marschierte ich die Treppen runter und hastete den Weg nach Sonnenstein entlang. Die Leute mussten denken, ich wäre auf der Flucht, aber das war mir in diesem Moment egal, denn meine Pferde waren mir wichtiger.
Auf dem letzten Stück erkannte ich Christoph, der vor mir lief. Er wandte sich erschrocken um, als er mich rennen hörte.
Völlig außer Atem blieb ich vor ihm stehen.
„Was ist denn mit dir los?“, wollte er schnappartig wissen
„Sie. Sie. Sie ist…Sie will irgendwas Schlimmes mit den Pferden machen“, brachte ich nur mit Mühe hervor.
„Bist du dir da sicher?“
„Ja, natürlich, du Hohlkopf“, schrie ich und war im Begriff weiter zu rennen.
„Bildest du dir das nicht ein, Julia? Anja spielt gerne mal Spielchen mit einem“
„Ich habe eindeutig ein Pferd im Hintergrund wiehern gehört. Können wir uns nicht ein wenig mehr beeilen“
Christoph begann sich nun auch endlich in Bewegung zu setzen.
Er sagte nichts mehr und wir liefen geschwind und schweigend den Pfad entlang.
Ich könnte es mir nie verzeihen, wenn Rose oder Summer etwas zustieße, nur wegen einer eifersüchtigen Person.
Wir erreichten nun das Hoftor und mit ein paar letzten Schritten betraten wir nun den Stall.
Summer stand zufrieden in ihrer Box und rupfte am Heu.
Wie ein Detektiv suchte ihre Box nach verdächtigen Gegenständen ab und überprüfte das Futter.
„Du machst dich echt lächerlich, Julia. Hier ist nichts“
„Davon bin ich erst überzeugt, wenn ich nach Herbstrose geschaut habe“, giftete ich ihn an.
Also rannte ich als nächstes zu den Offenställen herüber.
Rose befand sich hier nicht, wie keins der Pferde, also musste sie auf der Koppel stehen.
Chris hatte richtig Mühe mit mir Schritt zu halten. Ich schwitzte zwar wie verrückt und war durch die ganze Rennerei ziemlich erschöpft, aber ich musste mich vergewissern.
Als wir an der Koppel ankamen, ließ ich meinen Blick schweifen, alle Pferde waren da, außer meine Stute. Ich blickte noch ein zweites Mal durch die Pferdemenge, aber ich konnte sie nicht ausmachen.
„Was habe ich dir gesagt, sie ist weg“, sprach ich und sofort füllten sich meine Augen wieder mit Tränen. Für mich brach in wenigen Sekunden eine Welt zusammen.
„Lass uns erst in der Reithalle nachsehen und auf den Plätzen“, meinte er ruhig.
Ich habe es vergessen, wie ich ihm gefolgt bin und in jeder Ecke von Sonnenstein nach meiner Stute gesucht habe.
„Wir müssen die Polizei rufen“, schoss es dann aus mir heraus und unwillkürlich griff ich in meine Tasche.
„Nein. Keine Polizei.“, funkte er wütend dazwischen.
Ich blickte ihn argwöhnisch an.
„Warum nicht? Mein Pferd wurde gestohlen. Und außerdem hast du mir keine Befehle zu erteilen“
In der Zwischenzeit hatte ich mein Handy aus der Tasche heraus gekramt.
„Ich habe gesagt, keine Polizei. Ich wiederhole das nicht“, flüsterte er böse.
Zum ersten Mal konnte ich in seinen Augen etwas erkennen, was ich noch nie zuvor bei ihm gesehen hatte, etwas Böses und Unerklärliches.
Angst machte sich in mir breit und ich sah ihn verständnislos an.
Mit sanfterer Stimme fuhr er fort:
„Sie würden sofort mich verdächtigen. Meine Vergangenheit ist nicht Beste. Ich werde jetzt versuchen, Anja zu erreichen, wo sie Herbstrose versteckt hat“
Zunächst war ich sprachlos und verstand die Welt nicht mehr. Wieso verschwieg er mir so was, dass er früher Ärger mit der Polizei hatte.
„Warum war deine Vergangenheit nicht die Beste? Was ist geschehen?“, wollte ich wissen und sah ihn mit ernster Miene an.
„Diebstahl und Körperverletzung, aber die Zeiten sind längst vorbei. Ich habe mich geändert, ich hoffe du glaubst mir das?“
Ich nickte nur mit dem Kopf und er wählte die Nummer seiner Exfreundin.
Mir schossen tausend Fragen durch den Kopf und mein Herz raste, sodass ich gar nicht mitbekam, was er zu Anja sagte.
Ich schaute erst auf, als er aufgelegt hatte.
"Sie hat Rose im Wald freigelassen. Sie könnte jetzt sonstwo sein."
"Wir müssen sie suchen gehen", meinte ich dazu nur und setzte mich in Bewegung, Christoph folgte mir ohne zu Murren. Selbstverständlich nahm ich Halfter und Führstrick mit.
Wir betraten den Waldweg und blickten uns ständig nach jeden Seiten um, um keine einzige Bewegung zu verpassen.
Keiner sagte ein Wort, mit Ausnahme der Rufe nach Roses Namen.
Immer tiefer drangen wir in den Wald ein und langsam dämmerte es.
Der See tauchte vor uns auf und mit ihm auch ein Pferd, dass an dessen Ufer stand und trank.
Ohne Zweifel, es war Herbstrose.
"Rose", rief ich und sie schien mich gehört zu haben, denn sie hob ruckartig ihren Kopf und kam auf mich zugetrabt.
Dieser Ausflug schien ihr nicht bekommen zu haben. Sie hatte blutige Fesseln und war völlig verschwitzt.
Ich streichelte ihren Kopf und ihren Hals und sprach mit beruhigenden Worten auf sie ein.
Christoph stand etwas abseits und beobachtete uns mit traurigen Augen.
Ich legte ihr das Halfter an und harkte den Führstrick ein.
Dann besah ich mir ihre blutenden Stellen genauer. Sie schien durch dorniges Gebüsch gelaufen zu sein, deshalb waren die Wunden nicht tief, mussten aber behandelt werden.
"Kontaktiere schonmal den Tierarzt", bat ich Christoph, der sofort sein Handy zückte.
Auf dem Rückweg sprachen wir ebenfalls kein Wort.
Als wir wieder auf dem Hof ankamen, erwartete uns der Tierarzt und Luna ebenso.
"Was ist denn passiert?", fragte sie sofort.
Am liebsten hätte ich ihr die Wahrheit gesagt, doch stattdessen erzählte ich ihr was anderes:
"Sie hat sich erschreckt und ist fortgelaufen. Tut mir Leid für die Umstände."
Ich band Rose an, sodass der Tierarzt sie untersuchen konnte.
"Jetzt ist sie ja wieder da. Passe das nächste Mal mehr auf, ja?", sprach Luna und ich nickte daraufhin nur.
So ganz kaufte sie mir die Geschichte nicht ab, war aber klug genug, nicht weiter nachzubohren.
Der Tierarzt versorgte die Wunden und meinte, dass alles in Ordnung sei und er würde morgen noch einmal nach ihr sehen.
"Danke.", rief ich ihm zum Abschied zu, dann fuhr er mit seinem Geländewagen wieder davon.
Luna ging auch wieder in ihr Büro und somit war nur noch Christoph da, während ich Herbstrose putzte.
"Ich hätte dir das schon mit den Diebstählen und Prügeleien erzählt. Nur erschien mir der Zeitpunkt nie der Richtige", begann er.
"So wie du mir das mit deinem Kind erzählen wolltest?"
Ich war sehr wütend auf ihn und das Vertrauen zu ihm hat erneut gelitten.
Er folgte mir, als ich Rose in den Offenstall brachte, sie fütterte und tränkte.
"Vielleicht reden wir Morgen darüber?", schlug er vor.
"Wieso denn immer morgen oder übermorgen? Christoph, ich kann dir einfach nicht mehr vertrauen. Kläre das mit dieser Anja und hindere sie daran, mich weiter zu belästigen. Mit dir ist es nun endgültig aus und vorbei"
Als ich geendet hatte, konnte ich mir einen Heulkrampf kaum verkneifen, also wandte ich mich um und lief nach Hause. Christoph blieb wo er war.

10.02.2013 15:45 Julia ist offline Email an Julia senden Beiträge von Julia suchen Nehmen Sie Julia in Ihre Freundesliste auf
Cora
Gast




41 Wörter

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Was für Wendungen das alles genommen hat Oo
Schockierend, dass inzwischen die darunter leiden, die damit doch eigentlich nichts zu tun haben.
Wieder ein wunderbarer Bericht, mit neuen dramatischen ereignissen. Es wird bei dir einfach nicht langweilig smile

19.02.2013 08:52
 
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