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Reitverein Sonnenstein » Die Berichte » Julia » Herbstrose » 17. Dressur und Springen » Hallo Gast [anmelden|registrieren]
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Julia Julia ist weiblich
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2088 Wörter

17. Dressur und Springen Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       IP Information Zum Anfang der Seite springen

Ich rieb mir die Hände, dann holte ich den Striegel aus der Putzbox. Es war eisig kalt, aber für den Winter war ja dies nichts ungewöhnliches. Trotzdem stand die Sonne strahlend schön am Himmel auf uns herab. Außer Herbstrose und mir putzten noch Andrea und Cora ihre geliebten Pferdchen, sie wollten aber ausreiten, also mussten wir uns nicht um die begehrte Reithalle prügeln.Als ich so über Roses Fell striegelte musste ich an heute Abend denken, denn Christoph würde kommen und mit mir kochen. Ist zwar seltsam beim ersten Date gemeinsam am Herd zu stehen, aber ich bezeichnete es nicht wirklich als Date, da ich fürs Erste nur Freundschaft im Sinn hatte. Ich hoffte, es war bei ihm genauso.
„Na dann viel Spaß bei Eurem Ausritt. Ich wünschte ich könnte mit kommen.“, bedauerte ich und zupfte die Haare vom Striegel ab.
„Wenn du so lahm weiter machst wie bisher, darfst du bestimmt nie ausreiten, also strenge dich mal ein wenig an...“, meinte Cora ernst und lachte anschließend und saß auf Rush Hour auf. Andrea stimmte zu und grinste dämlich.
„Ja, ja, ich weiß, dass ich mal in die Spur kommen müsste. Ich bin schon solange wieder hier, und habe so wenig geleistet.“, dabei scharrte ich mit den Schuhen auf dem Boden herum. Ich winkte den beiden noch zu und kümmerte mich wieder um Rose, die mich schon ganz verärgert ansah, da ich nicht weiter ihren Rücken mit dem Striegel massierte. Aber ich griff schon zum nächsten Gerät, der Kardätsche, ich konnte sie ja nicht die ganze Zeit nur putzen.
„Du bekommst nach dem Training noch eine Massage, einverstanden?“, fragte ich und setzte die Putzerei fort. Ich kratzte die Hufe aus, richtete ihren Schweif und ihre Mähne und legte die entsprechenden Utensilien wieder sorgfältig in die Box zurück. Dann holte ich Sattel und Zaumzeug.

Für heute hatte ich ein kombiniertes Training geplant. Ein paar Dressuraufgaben und Cavalettitraining. Die Cavalettis legte ich schon zurecht, aber ich versuchte das Dressurviereck so groß wie möglich zu lassen. Nachdem ich hier und da ein paar Stangen verrückt habe, konnte ich endlich aufsteigen und beginnen. In der Mitte zog ich ich den Sattelgurt noch einmal nach und stellte mir die Steigbügel in die richtige Länge ein, dann schwang ich mich in den Sattel und auf Roses Rücken. Ich nahm die Zügel richtig auf und drückte die Schenkel zusammen, sodass sich die Stute im Schritt in Bewegung setzte. Ich merkte, dass sie ein wenig außer Form war, aber ich beschloss sofort, dass könnte nicht so weiter gehen, also müsste ich ab jetzt mehr tun. Bevor ich weiter darüber nachdenken konnte, konzentrierte ich mich wieder voll und ganz auf Rose und deren Bewegungen. Ein paar Longierstunden werden wohl auch nötig sein. Innerlich gab ich mir nur Ohrfeigen. Ich versuchte schon bei der Aufwärmung mehr Balance reinzukriegen und arbeitete am Perfekten Sitz. Sogleich versuchte ich die Ecken rund auszureiten. Nach einer ganzen Weile, wo mir und vor allen Dingen Rose der Schritt überdrüssig war, parierte ich in den Trab. Sie reagierte prompt und ich wiegte im Sattel auf und ab. Wenigstens das gelang mir einigermaßen zufriedenstellend. Als ich auf der Höhe der Tür war, wurde diese geöffnet und Christoph kam herein marschiert. Zunächst nickte er mit dem Kopf und lächelte. Aber ich ahnte was als nächstes kommen würde. Als ich ihn wieder im Blickfeld hatte, verschränkte er die Arme und rief: „Du bist eine faule Socke. Deine Stute bewegt sich teilweise echt grauenhaft. Komm lass mal den Profi ran.“. Ich parierte Rose in den Trab und erwiderte etwas genervt: „Nein, lass mich. Setz dich doch auf diese Bank und halt mal deinen Mund.“. Er glotzte mich dann mit offenem Mund an und tat wie geheißen. Ich trabte wieder an und versuchte mich aufs Reiten zu konzentrieren, aber ich hatte immer Christophs Blick im Nacken, der mich auf die Palme brachte. Nach wenigen Minuten galoppierte ich an, um ihren Puls mal etwas höher zu treiben, aber so lange wie üblich konnte ich nicht galoppieren, deshalb ging es wieder in Trab. Sofort ritt ich einige Zirkel in verschiedenen Größen. Derweil schaute mich Christoph schmollend an, er konnte es wohl kaum erwarten, Rose zu bewegen. „Gibt es ein Problem?“, fragte ich mit weicher Stimme. Ich verkleinerte die Zirkel nach und nach und blickte öfters zu ihm rüber.
„Ich will dir nur helfen. Glaub mir, es geht mit mir schneller, sie wieder in topform zu bringen, als wenn du es allein machst.“
Ich schüttelte nur mit dem Kopf. „So verlockend dein Angebot auch klingt, aber ich habe ihr Training so vernachlässigt, also muss ich sie wieder fit bekommen und zwar ganz allein.“ Somit war für mich das Gespräch beendet und er sagte auch nichts mehr, er blieb einfach sitzen und sah mir zu. Im Trab verkleinerte ich das Viereck und vergrößerte es wieder. Dies ging ganz schön auf ihre Kondition, deshalb wandte ich mich den Cavalettis zu. Ich hoffte, ich würde sie damit nicht überfordern, aber als Abschluss war dies doch gut geeignet. Also ritt ich meine Runde darüber und sie machte auch brav mit, obwohl sie schon sehr stark schwitzte. Also parierte ich in den Schritt und Rose lief brav über die kleinen Stangen auf dem Boden.
„Willst du noch die ganze Nacht trainieren?Ich dachte, ich hätte heute noch das große Vergnügen mit dir zu kochen.“. Dabei starrte er ungeduldig auf die Uhr. Also ritt ich sie nur noch trocken und Christoph räumte von selbst die Cavalettis beiseite und fluchte nebenbei über einen „Idioten“ der soviel Unordnung in den Abstellraum der Reithalle gebracht hatte. Ich verleierte nur die Augen und stieg von Rose ab und führte sie noch ein paar Runden trocken. Beim Verlassen der Reithalle lief Christoph neben mir her und starrte mich ständig grinsend von der Seite an. Ein paar Mal starrte ich zurück, dabei schaute er jedesmal woandershin.
„Ich räume das Sattelzeug für dich weg, wenn das Ok ist?“.
„Ach jetzt kannst du auf einmal fragen. Ok, es wäre lieb von dir.“, dabei schaute ich ihm strahlend in die Augen.

„Und was kochen wir heute überhaupt.“, fragte er mich, als er neben mir im Auto saß. Ich legte den Rückwärtsgang rein und parkte aus.
„Ich hab für Spaghetti Bolognese eingekauft, wenn das Recht ist?“
„Klar. Das ist wie Susi und Strolch...“, bemerkte er und schaute mich dabei an.
„Komm bloß nicht auf falsche Gedanken.“. Ich steuerte das Auto vom Parkplatz und fuhr Richtung nach Hause. Die kurze Fahrt über sagte keiner ein Wort, was ich aber nicht schlimm fand. Wir würden nachher noch genug Zeit dafür haben uns unsere Lebensgeschichte zu erzählen.
Bei mir zu Hause angekommen, stiegen wir rasch aus und stiegen die wenigen Treppen zu meiner Wohnung hinauf. Franzi und Schnurri, meine beiden Haustiere, standen schon im Flur parat. Franzi stürzte sich sofort auf Christoph und er schien auch im Umgang mit Hunden geübt zu sein, nur mit Katzen schien er es nicht so zu haben. Schnurri beäugte ihn misstrauisch und miaute ihn an. Er streichelte ihr liebevoll über den Kopf und zog sich dann seine Jacke und seine Schuhe aus.
„Du hast eine schöne Wohnung. Und so toll dekoriert...“, faselte er und folgte mir ins Bad zum Hände waschen. „Danke, habe auch ewig dafür gebraucht, die passende Zusammensetzung dafür zu finden.“
Beim Händewaschen kamen wir uns etwas näher, aber ich trat beim Abtrocknen etwas zurück.
„Was ist? Ich beiße nicht...“, meinte er spielend empört.
„Wer weiß das schon.“, sagte ich und reichte ihm das Handtuch.
„Ich bin meistens ganz lieb.“, sprach er und hing das Handtuch wieder auf. Es ging nun in die Küche und ich kramte alle Zutaten für die Bolognese zusammen. Schnurri und Franzi durften natürlich auch nicht fehlen und legten sich voll in den Weg.
Wir begangen mit dem Hackfleisch anbraten. Die Pfanne zischte vor sich her und gleichzeitig setzte ich das Wasser für Spaghettis auf.
„Eigentlich ist ja nicht viel zu machen, also können wir ja schon den Tisch im Wohnzimmer decken.“ Ich drückte ihm also die Tischdecke in die Hand und nahm selbst Teller und Gabeln.
„Hast du Kerzen?“, fragte er mich leise.
„Kerzen?Wozu?“
„Ich hätte dich für ein wenig mehr romantischer gehalten.“, stichelte er.
„Sie sind in der ersten Schublade dort drüben.“. Dann verschwand ich wieder in der Küche um die Spaghettis ins kochende Wasser zu legen. Dann rührte ich die Sauce an. Christoph kam auch schon wieder und stellte sich genau hinter mich. Ich spürte seinen warmen Atem im Nacken und als ob ich es geahnt hätte, legte er seine Hand um meine Hüfte. Ich wehrte mich nicht dagegen. Er blieb wie angewurzelt stehen und ich glaubte er schnüffelte an mir rum.
„Du riechst echt gut...“, flüsterte er mir ins Ohr. Er legte für einen kurzen Augenblick seinen Kopf auf meine Schultern, aber er fürchtete dies würde etwas zu weit gehen, ließ er von mir ab und rührte die Nudeln um. Ich blickte mich zu ihm um und schaute in seine klaren, grünen Augen und am liebsten hätte ich ihn sofort geküsst, aber ich riss mich zusammen. Er schien das gemerkt zu haben und strich mir nur über die Schultern und fragte was er noch ins Wohnzimmer tragen konnte. Ich zählte ihn ein paar Dinge auf und er tat wie geheißen. Ich goss die Nudeln ab und drehte die Regler vom Herd runter. Er nahm dann noch die Sauce mit rüber und ich die Nudeln. Zwei Kerzen brannten auf dem Tisch und er setzte sich mir gegenüber.

Beim Essen erzählte er viel von sich, da ich auch viele Fragen über seine Vergangenheit stellte. Er antwortete ohne Umschweife und ohne groß nachzudenken. Er hatte schon zwei Freundinnen gehabt, sie haben aber alle mit ihm Schluss gemacht, weil sie was angeblich „Besseres“ gefunden zu haben schienen.
„Wie geht das?“, rutschte es mir heraus und im nächsten Moment wurde ich etwas rot im Gesicht.
„Das frage ich mich auch.“, lachte er und fügte dann sofort hinzu: „Es passt nicht immer alles zusammen. An meinem Aussehen haben sie nicht großartig rumgemäkelt, aber sie haben meinen Charakter bemängelt. Ich sei arrogant und würde viel von mir halten...“.
Er stopfte sich eine volle Gabel in den Mund.
„Du bist ein wenig arrogant, aber nicht so, dass es abstoßend wirken würde.“.
„Da bin ich ja beruhigt. So, jetzt kennst du meine halbe Lebensgeschichte und jetzt möchte ich deine hören.“
Ich zögerte etwas und ließ meine Gabel sinken.
„Da gibt es nicht viel zu erzählen...“, begann ich, aber sein ungeduldiger Blick verdeutlichte mir, dass dies nicht als Ausrede galt, also fing ich bei meiner Geburt, über meine Ausbildung, bis hin zu meiner Liebe für Pferde. Ich erzählte ihn auch über Stefan und das ich nicht allzu große Erfahrungen mit Jungs gemacht hatte. Fast war mir dies ein wenig peinlich, aber ich wartete eben auf den Richtigen.
Er sah mich die ganze Zeit über aufmerksam an und hätte beinahe nebenbei das Essen vergessen, wenn ich ihn nicht daran erinnert hätte.
Die Töpfe waren leer und wir rieben uns vollgefressen die Bäuche.
„Du kannst echt gut kochen. Könnten wir das vielleicht mal wiederholen?“, fragte er. Ich nickte und trank mein Glas Wasser leer.
„Ich helfe dir noch beim abwaschen, ich muss morgen wieder früh raus.“
„Ach, nein, ich mach das schon allein. Du musst mir nicht helfen.“
„Wirklich nicht? Ich mach das gern?“.
Ich schüttelte abermals den Kopf und zerrte ihn in den Flur, dass er sich nach Hause bewegte.
„Du willst mich wohl loswerden, wie?“
„Quatsch, aber ich will nicht, dass du müde zur Arbeit gehst.“
Er zog sich seine Schuhe an und dabei verabschiedete er sich von den Tieren, die heute Abend verhältnismäßig ruhig waren. Ich gab ihm seine Jacke und begleitete ihn zur Tür. Davor blieb er stehen und sah mich lächelnd an. Er beugte sich zu mir vor und küsste mich auf die Wange.
Ich versuchte nicht enttäuscht dreinzublicken, aber er bemerkte es natürlich.
„Was ist? Hab ich dich voll gesabbert, oder warum schaust du so merkwürdig.“ Ich schüttelte nur den Kopf.
„Oder willst du einen richtigen Kuss?“, fragte er und beugte sich wieder zu mir runter. Ich öffnete aber die Tür und gab ihn einen Schubs.
„He, ich will dir aber noch einen Kuss geben.“, meckerte er und lachte dann lautstark.
„Vielleicht ein andermal, Süßer...“
„Na klar, Süße...“, erwiderte er und winkte mir zu und lief dann die Treppen hinab.
Na toll...Ich war schon wieder voll verknallt...

29.01.2012 16:39 Julia ist offline Email an Julia senden Beiträge von Julia suchen Nehmen Sie Julia in Ihre Freundesliste auf
LunaHandy LunaHandy ist weiblich
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Boar voll der lnage schöne Berichte.
der ist absolut klasse geschrieben.
Darf ich sowas öfters lesen? Augenzwinkern

Jammert Chris denn auch wieder rum, gutes Training braucht seine Weile.

ich glaube wenn er so hinter mir gestanden wär hätte ich geantwortet: "Vielleicht bist du ein Vampir?"
hätte gleich den passenden Spruch parat gehabt xD
aber romantisch ist er ja schonmal, da warst du wenigstens Baff.
Erhat halt einfach den Überraschungseffekt Zunge raus

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Tränen sind nur ein Zeichen dafür,
dass man viel zu lange versucht hat stark zu sein unglücklich


03.02.2012 15:26 LunaHandy ist offline Email an LunaHandy senden Beiträge von LunaHandy suchen Nehmen Sie LunaHandy in Ihre Freundesliste auf
 
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