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Reitverein Sonnenstein » Die Berichte » Julia » Herbstrose » 18. enttäuschendes Training » Hallo Gast [anmelden|registrieren]
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Julia Julia ist weiblich
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1721 Wörter

18. enttäuschendes Training Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       IP Information Zum Anfang der Seite springen

Es war mir ein Rätsel, wie die Temperaturen von einen Tag auf den andern so unterschiedlich sein konnten. Gestern um die 20 Grad und heute nur noch 12 Grad. Und dazu wehte auch noch ein kalter Wind, der meine ordentlich gekämmten Haare durcheinander brachte. Deshalb kramte ich in meinem Spind nach meiner weißen Strickmütze.
Ich muss diesen Spind unbedingt mal aufräumen, dachte ich mir und fand die Kopfbedeckung unter meinen Reithandschuhen. Später würde ich zwar einen Reithelm aufsetzen ,aber der schützte meine Ohren nicht.
Und außerdem sah das schrecklich aus, wenn ich die ganze Zeit jetzt schon mit Reithelm rumrennen würde.
„Bist du fertig umgezogen?“, klopfte es an der Tür und Christoph trat ohne Antwort abzuwarten in die Umkleide ein. Er setzte ein enttäuschtes Gesicht auf, als er mich vollständig angekleidet vorfand. Ich sah ihn erstmal ernst an und er verzog schmollend seinen Mund.
„Ich hab mal wieder zu lange gewartet. Aber gut, ich werde mich mal an die Arbeit machen.“, dabei trat er auf mich zu und gab mir einen sanften Kuss auf den Mund. Innerlich kreisten wieder meine Schmetterlinge herum und ich sah ihn strahlend hinterher, bevor er die Tür schloss sah er sich noch kurz nach mir um und verschwand in Richtung Abstellkammer.
Ich stopfte also alles wieder in den Spind hinein und wandte mich zum gehen, als Anna den Raum betrat.
„Hi.Wie geht’s?“, sprach sie sofort los. Sie war ein nettes Mädchen, doch war mir in letzter aufgefallen, dass sie viel Zeit mit Chris verbracht hatte und das verwirrte mich etwas.
Ich antwortete deshalb kurz angebunden: „Gut und selbst?“. Anna schien meine Gereiztheit etwas zu merken und erklärte:
„Ist es wegen deines Freundes? Er hat nur Augen für dich, kann ich nur sagen. Ehm ja, also mir geht es gut und was hast du heute schönes vor?“
Es erschien mir schon etwas albern von mir, mich so zickig und eifersüchtig aufzuführen und entspannte meine Gesichtszüge wieder und blickte etwas fröhlicher drein.
„Ich werde heute mit Rose in der Halle über Cavalettis heizen und uns dann an kleineren Sprüngen versuchen.“.
„Ihr seit doch aber schon E-Turniere geritten?Wieso fangt ihr da sozusagen wieder von vorne an?“
„Das Problem ist, ich habe lange Zeit nicht mehr mit ihr trainiert und ich will auf jeden Fall das A-Springen erreichen.“
„Dann viel Spaß...Ich hab heute schon eine Einheit Dressur hinter mir. Bis morgen vielleicht...“
Somit verabschiedeten wir uns und ich machte mich in Richtung der Ställe und sie Richtung Ausgang.

Ich betrat den Offenstall der Stuten und wandte mich sogleich an Rose, die in der hintersten Ecke stand und ihr Heu fraß. In der Sonne glänze ihr Fell ein wenig, aber als ich näher kam, musste ich zu meinem Leidwesen feststellen, dass sie sehr dreckig war. Ich vermutete, sie hatte sich pausenlos auf dem Boden herum gewälzt.
„Na, Rose, jetzt ist Schluss mit der Fresserei, die Arbeit ruft.“, rief ich ihr freudig zu. Rose schaute mich im ersten Moment an, als würde sie mich nicht kennen, doch als sie meine Hand beschnupperte, wusste sie nun wen sie vor sich hatte und ließ sich bereitwillig streicheln. Ich war einfach zu lange nicht bei ihr gewesen. Zum Glück habe ich Jessi, die meine Reitbeteiligung ist, die sich ein paar mal um sie gekümmert hat.
Ich legte ihr also Halfter und Führstrick und führte sie zum Putzplatz.

Bisher war niemand anderes zu sehen, also band ich sie irgendwo an. Wo ich auch nur hinsah, es wuchs und blühte alles. Ich liebte diese Farben der Blumen und das Grün der Wiesen. Ab dem Frühling war Sonnenstein immer am schönsten. Natürlich war es im Herbst und Winter auch schön hier, aber ich war dann doch eher ein Freund von wärmeren Jahreszeiten. Ich überprüfte dreimal ob Rose richtig angebunden war und konnte guten Gewissens den Putzkasten holen.
Unterwegs traf ich auf Luna und Cora, mit ihren Pferden Honey Kiss und Rush Hour, die gerade Richtung Wald losreiten wollten.
Ich winkte ihnen freundlich zu und wir wünschten uns gegenseitig viel Spaß. Natürlich war ich im ersten Moment neidisch auf die vier, aber Rose und ich waren noch nicht so weit um allein ins Gelände gehen zu dürfen. Als ich in die Stallung trat, wo meine Utensilien für Rose zu finden waren, hörte ich jemanden fluchen. Christoph kämpfte gerade mit der Mistgabel, die in einen Strohballen stecken geblieben war. Er zerrte und zog daran und wurde dabei rot wie eine Tomate im Gesicht. Im ersten Moment musste ich darüber lachen, er hörte dies natürlich und sah sie halb erschrocken und halb verärgert nach mir um.
„Das ist nicht witzig...“, keuchte er und versuchte wieder die Mistgabel aus dem verflixten Ballen heraus zu ziehen.
„Soll ich mal probieren?“, fragte ich und trat neben ihn. Zuerst dachte ich, er würde mich lautstark auslachen, er trat aber beiseite und ließ mich versuchen.
Ich stand dort gefühlte 10 Minuten, aber nichts half. Sie bewegte sich keinen Zentimeter. Ich stand dann achselzuckend da und Chris Geduld war am Ende. Mit einem starken Ruck war die Mistgabel befreit und er taumelte einige Schritte zurück, fiel aber nicht hin.
„Na endlich. Dieses verdammte Ding. Aber trotzdem Danke das du mir geholfen hast.“, er drückte mich kurz an sich und ich sollte besser zu Rose zurück kehren.
Sie stand nicht mehr allein da, denn Shanesha und Symphonie hatten sich dazu gesellt. Andrea und Alexa putzten sie gerade.
„Wir dachten schon, du hättest deine Stute vergessen und haben schon mal angefangen den gröbsten Dreck runter zu putzen.“, begann Alexa und Andrea nickte bedeutungsvoll.
„Das ist aber lieb von euch. Nein ich musste Chris helfen...Er hat die Mistgabel zu weit in einen Ballen gestopft...“.
„Männer...“, war der Kommentar von Andrea dazu. Wir grinsten uns an und ich putzte Rose weiter. Aus dem Gespräch zwischen den beiden konnte ich erfahren, dass sie gemeinsam auf dem Dressurviereck üben wollten. Schließlich befand ich mich wieder allein auf dem Putzplatz und kratzte die Hufe aus. Meine letzte Putzaktivität bevor es mit dem trainieren los gehen konnte. Ich lief noch einmal in die Sattelkammer und besorgte mir Herbstroses Sattel- und Zaumzeug. Als ich dies ordentlich an Rose befestigt hatte, führte ich sie zu der großen Reithalle und band sie an einen Balken an, um die Cavalettis und Hindernisse aufzubauen.
Auf der einen Seite legte ich die kleinen Stangen in einem großen Abstand auf dem Boden. Auf der anderen Seite stellte ich drei Hindernisse auf. Das erste war 20 cm hoch, das zweite 30 cm und das letzte 50 cm.
Aller Anfang ist klein, dachte ich mir im Stillen und begann mit der Erwärmung. Wir hatten nur die ganz äußere Bahn zur Verfügung und wir ritten zunächst gemütlich im Schritt. Roses Gang wirkte auf mich richtig eingerostet, dass hatte sie ganz allein mir zu verdanken. Dazu kam auch noch, dass ich Probleme mit dem korrekten Sitz hatte. Wieder einmal musste ich von vorne anfangen - das zum gefühlten 10ten. Male. Ich nahm mir fest vor, dass nicht noch einmal soweit kommen zu lassen.
Rose schnaubte, um mir zu zeigen, dass ich nicht bei der Sache war. Ich habe wohl zu viel vor mir her geträumt. Ich nahm die Zügel richtig auf und trieb meine Stute in den Trab. Den Trab saß ich zunächst aus und beobachtete jede Bewegung genau. Nach und nach passte ich mich ihren Bewegungen an und traute mich auch schließlich leicht zu traben. Natürlich ging das ganze ziemlich holprig vonstatten, sodass ich nach 2 Runden den Trab wieder aus saß.
Ich bemerkte, dass Roses Kondition nicht mehr die beste war, sodass sie schon etwas schnaufte, also verringerte ich etwas Tempo, damit sie wieder runter kam. Ihr Atem normalisierte sich auch nach kurzer Zeit wieder, sodass ich das Tempo wieder anzog,um den Galopp vorzubereiten. Früher hatte sie immer nach dem Galopp gedrängt, aber heute, musste ich sie ganz schön antreiben, bis sie an galoppierte.
„Na komm schon, du Faultier. Du willst doch auch wieder Kondition aufbauen?“, sprach ich leise, sodass sie es aber hörte, denn ihre Ohren zuckten nach hinten.
Ich konnte nur zwei Bahnen den Galopp genießen, dann wurde es ihr etwas zuviel und ich parierte sie in den Trab durch und wandte uns den Stangen auf dem Boden zu.
Sie schien nicht richtig zu begreifen, was ich von ihr wollte und tapste über sie drüber weg, wie ein kleiner Welpe, als ob es jetzt 1 m Hindernisse wären. Ich wendete sie und gab ihr die Hilfen etwas energischer. Sie gab sich die größte Mühe, beim übersteigen der Cavalettis. Es fühlte sich auf jeden Fall besser an.
Im gleichmäßigen Tempo ritten wir dies genau dreimal, dann galoppierte ich wieder an. Rose ging nicht sauber über die Stangen hinweg und schubste die Reihenfolge extrem durcheinander. Eine Stange polterte extrem gegen ihre Fessel. Ich hielt sofort an, sprang vom Sattel und überprüfte die Stelle. Sie fühlte sich extrem heiß an, anschwollen tat sie bisher auch nicht, aber ich hielt es für besser, dass Training für heute abzubrechen. Ich führte sie also trocken. Rose schien das zwar nicht sehr zu beeinträchtigen, aber ich würde später eine kühlende Salbe und eine kühlende Kompresse um die Fessel auftragen.

Nachdem ich sie trocken geführt hatte, band ich sie nochmals an, um die Halle aufzuräumen. So hatte ich es mir nicht ganz vorgestellt, aber lieber wartete ich ein paar Tage ab, bevor ich das Training fortsetzen würde. Nach ungefähr 10 Minuten war die Halle geräumt und ich führte Rose zum Putzplatz zurück, sattelte und trenste sie geschwind ab, und brachte diese Sachen zurück in die Sattelkammer. Ich polierte anschließend ihr Fell auf Hochglanz und sah mir nochmals alle Hufe und Fesseln genauer an. Nur die eine Fessel war etwas geschwollen, und sonst war nichts weiter zu finden. Gott sei Dank. Also brachte ich sie zurück in ihren Offenstall und besorgte mir die Salbe und die Kompresse wieder aus der Sattelkammer. Als ich wieder den Offenstall betrat, versuchte ich herauszufinden, ob sie Probleme beim auftreten oder ähnliches hatte, aber nichts dergleichen konnte ich feststellen. Sie lief normal umher und ich konnte die Stelle auch problemlos verbinden. Dann bekam sie noch ein paar Leckereien von mir und dann verabschiedete ich mich von ihr und trat den Heimweg an.

03.06.2012 14:44 Julia ist offline Email an Julia senden Beiträge von Julia suchen Nehmen Sie Julia in Ihre Freundesliste auf
Luna Luna ist weiblich
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353 Wörter

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Das mit den Temperaturen ist echt unglaublich.
Ich sitz auch mit Decke da und mach mir teilweise eine Wärmflasche, weil es hier so kalt ist und draußen ist es auch nicht besser, außer die Sonne kommt raus, kann dir da nur recht geben smile

Viel schlimmer als nen kalten Kopf finde ich momentan nen kalten Nacken. Bäh das ist eklig, aber du hast recht, wenn der Kopf warm ist, dann ist der restliche Körper auch warm smile
Sagt man so und da muss was dran sein :O

Sag ich dir doch, dass Anna eine ganz nette ist ^^
Die tut keinem was und schon garnicht deinem Freund *g*

In manchen Momenten sind RB´s Gold wert, das musste ich jetzt auch schon fest stellen ^^

omg ^^
Das mit der Heugabel ist mir frei auch schon passiert.
Da denkt man, man zieht dann n bissl mehr gleich raus, haut die Gabel rein... scheissdreck die geht echt net mehr raus dann! Ich kenne das zugut und habs am eigenen Leib schon gespührt großes Grinsen
Fiese Sache das, man ich hab genauso geflucht wie Christoph xD
Mit "Männer" willste jetzt aber nicht sagen, dass ich männliche Züge habe? *fg*

Hmhmhm, ob Rose das will, also Konidition ist fraglich. Ich glaube sie würde lieber fressen gehen, oder auf der Koppel rumstehen ^^ Pferdehalt Keine Ahnung

Ui :O
Sehr gut reagiert mit der Kompresse und dem Kühlgel smile
Das sollte schonmal helfen und das wird sicherlich auch wieder.
Vor allem wenn du so schnell reagierst, glaube ich nicht, dass es etwas ernsteres ist.
Das passiert jedem Pferd und Reiter mal, dass sowas passiert.
Da hattest du wirklich Glück Augenzwinkern

Ein klasse Bericht und alles mit einbedacht und auch schön, dass du andere mit eingebaut hast die du so unterwegs triffst smile
Kann man nicht meckern ^^

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Ich bin nicht auf der Suche nach Ärger... der Ärger ist auf der Suche nach mir!

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05.06.2012 19:15 Luna ist offline Email an Luna senden Beiträge von Luna suchen Nehmen Sie Luna in Ihre Freundesliste auf
 
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