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Reitverein Sonnenstein » Die Berichte » Julia » Herbstrose » 22.Springtraining 1 » Hallo Gast [anmelden|registrieren]
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Julia Julia ist weiblich
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1993 Wörter

22.Springtraining 1 Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       IP Information Zum Anfang der Seite springen

„Wach auf, du Schlafmütze. Es wird Zeit.“, sprach jemand zu mir und rüttelte mich durch, sodass ich aufwachen musste.
„Was ist denn passiert?“, stöhnte ich und blickte in Christophs klare, grüne Augen. Er hatte bei mir übernachtet.
Es war ganz schön ungewohnt gewesen, dass ich mit meinem Freund an der Seite einschlief und wieder aufwachte.
„Du wolltest heute ganz zeitig in den Stall, um mit Rose zu trainieren.“, gab er mir zur Antwort.
„Aber doch nicht so zeitig.“, dabei deutete ich auf die Uhr, die mir halb sieben anzeigte.
Christoph grinste mich nur blöd an und stand auf.
Ich konnte nicht umhin, als auf seinen nackten, schlanken Oberkörper zu starren. Immer noch breit grinsend, drehte er sich zu mir um und bemerkte meinen verträumten Blick.
Er zuckte kurz mit den Augenbrauen und blickte mich fragend an.
„Was ist denn jetzt schon wieder?“
„Nichts…Ich sehe dich nur gerne an.“
„Ach wirklich? Und warum tust du das so gerne?“
Christoph setzte ein schelmisches Lächeln auf und ich bewarf ihn mit meinem Kissen.
„Frage nicht so doof.“
Ich stand ebenfalls auf und räumte das Kissen zurück auf das Bett.
„Ich mach Frühstück.“, bestimmte er und verscheuchte mich aus der Küche, sodass ich in Ruhe ins Badezimmer gehen konnte.
Doch die Ruhe währte nicht lange, ständig stand er an der Tür und fragte mich, wo was zu finden war in meiner Küche.
Nach dem dritten Mal wurde ich etwas lauter.
„Ich mache es gleich selbst.“
Er wollte dies natürlich nicht und bat wehleidig um Antwort, die ich ihm, gutmütig wie ich war, gab.
Als ich dann in die Küche trat, erblickte ich einen vollständig gedeckten Tisch und einen vollständig angekleideten Christoph.
Dieser saß bereits am Tisch und nahm mich freundlich in Empfang. Der Cappuccino dampfte, die Brötchen verströmten einen herzhaften Geruch.
„Das hast du aber echt toll gemacht.“, lobte ich ihn und setzte mich an den Tisch.
Schweigend aßen wir unser Frühstück, ab und an fragte er mich nach dem baldigen Springtraining mit Rose, den Rest über sagte er nichts.
Aber dies störte mich überhaupt nicht, es war auch mal schön, wenn wir mal nichts zu sagen hätten.
Ich aß wie immer zwei Brötchen und schlürfte langsam den Cappuccino leer.
Christoph sah auf die Uhr und entsetzt sprang er auf.
„Mist. Ich muss auf Arbeit. Ich hab das voll vergessen.“
„Na dann viel Spaß. Ich räume das hier selbst auf.“
Er gab mir einen hastigen Kuss und verließ meine Wohnung.
Etwas enttäuscht saß ich nun alleine da. Christoph konnte ganz oft sehr liebevoll sein, doch manchmal war er etwas unterkühlter drauf, wobei ich mich immer fragte, weshalb denn.
Ich räumte also die Küche auf und gab den Tieren was zu essen, was Christoph gänzlich vergessen hatte.
Schnurri und Franzi standen schon Spalier und bekamen nun ebenso ihr Frühstück.
Also machte ich mich ebenfalls auf in den Stall.

Rose stand im Unterstand des Offenstalles, sichtlich gelangweilt, denn sie hielt ihren Kopf gesenkt und zwinkerte mit ihren Augen. Ich öffnete das Gatter und lief zielstrebig auf sie zu. Ihre „Mitbewohner“ beäugten mich nur neugierig, ließen mich aber in Ruhe. Von weitem rief ich ihren Namen.
„Rose. Meine Hübsche. Hier bin ich.“
Augenblicklich hob sie ihren schönen Kopf und blickte in meine Richtung. Ich war die willkommene Abwechslung an ihrem Langeweile-Tag.
Die Stute beschnupperte meine Hände und ließ sich erst Mal ausgiebig streicheln.
In diesem Moment rief, eine mir bekannte Stimme, nach der Stute Leikna, die ebenfalls hier im Offenstall daheim war.
Jessi kam durch das Gatter und lächelte mich an.
„Na. Schöner Tag heute fürs Reiten.“, erzählte sie los.
„Ja das kann man wohl sagen. Was hast du heute vor?“
„Ich geh in die Reithalle mit ihr und trainiere sie in der Dressur. Und du?“
„Heute ist mal ein ausgiebiges Springtraining an der Reihe.“
Dabei klopfte ich meiner Stute den Hals und harkte den Führstrick an ihrem Halfter ein.
„Dann wünsche ich dir also viel Erfolg, Jessi.“
Somit verließen wir den Offenstall zum Putzplatz. Ich hatte schon vorgesorgt, denn die Putzkiste und einen Beutel mit Begrüßungsrüben lag schon bereit.
Als ich Rose an den Pfosten anband, hatte sie die Tüte bereits entdeckt und begann darin herumzuwühlen.
„Halt. Du musst überall deine Nase reinhalten, was?“, meckerte ich fröhlich.
Ich griff in den Beutel und gab ihr die erste Ladung zerkleinerter Rüben, den Rest würde sie nach dem Training bekommen, deshalb packte ich den Beutel ganz weit weg.
Danach öffnete ich Putzkiste und nahm mir als Erstes, wie immer, den Striegel heraus. Mit beherzten Kreisen, entfernte ich den gröbsten Schmutz an ihrem gepunkteten Fell.
Rose benahm sich derweil sehr unruhig und schnüffelte am Boden herum, sie suchte wohl anscheinend nach mehr Futter.
Als sie dieses nicht fand, fing sie an mit ihren Hufen zu scharren und zu schnauben. Sofort hielt ich inne und redete auf sie ein.
Für kurze Zeit war sie ruhig und brav, als ich dann die Kardätsche zur Hand nahm, fing sie damit wieder an. Meine Stimme wurde etwas lauter und sofort hörte sie endgültig auf damit.
„Zicke.“, rief ich ihr noch zu.
Ich klopfte den Striegel und die Kardätsche aus, kämmte durch ihre Mähne, verlas ihren Schweif und begann zum Schluss des Putzens mit dem Hufe auskratzen.
Rose hob brav ihre Hufe und schon war ich mit der ersten Putzrunde für heute fertig.
Mit geübten und routinierten Händen sattelte und trenste ich sie auf.

Es war ganz schön mühsam, die Teile für die Hindernisse, zum Reitplatz zu schleifen. Zum Glück würde ich heute hauptsächlich mit einfachen Stangen auf dem Boden arbeiten, drei komplette Hindernisse stellte ich aber trotzdem mit auf.
Somit vergingen auch einige wertvolle Minuten. Rose langweilte sich schon wieder etwas am Putzplatz. Sie verhielt sich aber heute auch extrem pissig und zickig. Am liebsten hätte ich sie wieder abgesattelt und in den Offenstall zurück gebracht, aber damit tat ich mir keinen Gefallen und ihr auch nicht, also band ich sie guten Mutes ab und führte sie zum Reitplatz.
Dort gurtete ich noch einmal nach und saß dann auf. Die Stute hatte nun wieder konzentriert ihren Kopf erhoben und erwartete meinen ersten Schenkeldruck.
Den gab ich ihr, als ich meine Zügel richtig aufgenommen hatte. Sie benahm sich wirklich sehr aufmerksam und wollte gar nicht, wie sonst immer auch, nach vorne ziehen.
Doch ich ließ mich dadurch gar nicht erst beeindrucken und achtete sehr darauf, dass sie kein Spiel mit mir trieb, denn das tat sie sehr gerne.
„Willst du in Rose hinein horchen? Oder warum guckst du so komisch?“
Erschrocken blickte ich zu Pauline, die gerade mit Carriot aus der der Reithalle kam.
„Wenn das gehen würde, wäre das schön. Aber ich passe nur auf, dass sie keine Zicken macht, das tut sie nämlich öfters in letzter Zeit.“
Ich war etwas aus der Bahn abgekommen und lenkte Rose wieder zurück.
„Wie ich sehe, hast du das gleiche vor, was ich gerade mit Carriot hinter mir hatte.“
Pauline deutete auf die Stangen.
„Wirklich? Und wie ist es abgelaufen?“, fragte ich mit einer großen Portion Neugierde.
Von Rose kam danach ein tiefes Schnauben, was wohl bedeuten sollte: „Konzentriere dich gefälligst auf mich und quatsche nicht rum.“
Ich grinste Pauline nur schräg an und sie erklärte mir mit kurzen Sätzen, wie es gelaufen war, dann marschierte sie wieder davon.
Rose durfte nun antraben. Mit einem leichten Schenkeldruck machte ich ihr das deutlich. Wiehernd trabte sie an.
„Heute sind wir aber sehr gesprächig.“, bemerkte ich und wippte im Takt nun mit.
Ich hielt immer sehr viel Zeit für die Aufwärmung bereit, zwar hatten wir dann weniger Zeit für das eigentliche Training, aber ich wollte ja nicht riskieren, dass sich Rose verletzte.
Nach einer Weile galoppierte ich Rose an, und vollendete somit die Aufwärmung.
Bevor ich mich aber auf die fünf Stangen auf dem Boden konzentrierte, begann ich erst einmal mit ein paar Bahnfiguren, wie das Wechseln der Bahn und einigen Zirkeln. Das sowohl im Schritt als auch im Trab.
Die Dressur dehnte ich nicht allzu lange aus und ritt nun Rose auf die Stangen zu.
Ich parierte sie natürlich in den Schritt.
Rose bemerkte beim näher heran reiten die Stangen und lief behutsam über diese hinweg, ohne eine einzige Stange davon zu berühren.
Nach der fünften Stange ritt ich noch einmal einen Zirkel und ritt Rose erneut an die Stangen heran, auch wieder im Schritt. Ich wollte das Tempo langsam erhöhen.
Auch der zweite Durchgang war von der Stute fehlerfrei. Im Anschluss wechselte ich die Bahn zweimal und es ging ein drittes Mal im Schritt über die fünf Stangen.
Ich klopfte Rose den Hals und trabte an, ritt einen Zirkel und bewegten uns wieder auf die Stangen zu. Diesmal berührte Rose eine Stange, was uns noch mehr motivierte, direkt danach noch einmal darüber zu laufen. Es war Pech, dass sie ganz leicht, die letzte Stange berührte, und beim dritten Durchlauf, berührte sie keine Einzige.
Nun galoppierten wir an und ich nahm einige Bahnwechsel vor, damit es nicht zu eintönig wurde. Und gelesen hatte ich es am gestrigen Abend auch, dass es beim Springtraining auf eine gute Gymnastik ankam.
Im Galopp war es natürlich nicht ganz so einfach, fehlerfrei die Stangen zu überqueren.
Rose berührte insgesamt zwei Stück, die erste und die letzte.
Beim zweiten Durchlauf, passierten genau die gleichen Fehler, wie beim Ersten.
Etwas entmutigt wagte ich einen dritten Anlauf, diesmal machte sie nur einen Fehler, und den würde ich beim nächsten Versuch aus ihr rausbekommen.
Entschlossen lenkte ich sie wieder auf die kleinen Stangen zu, flüsterte ihr gut zu und es hatte gewirkt.
Ich lobte sie danach ausgiebig und beendete das Training mit den Stangen, denn jetzt waren wir bestens gerüstet, für die drei kleinen Hindernisse, die noch ungeachtet liegen gelassen worden waren. Die drei Hindernisse standen in einem kleinen Kreis und waren etwa einen halben Meter hoch.
Für Rose musste dies eine Kleinigkeit sein, denn sie war weitaus höhere Hindernisse gewohnt, aber dennoch nur die aus dem E-Springen, was ich unbedingt in naher Zukunft bei ihr verbessern wollte, aber mit dem Thema würde ich mich noch später beschäftigen.
Ich ließ Rose angaloppieren und nahm das erste Hindernis in Augenschein. Natürlich versuchte ich es gerade anzureiten und den perfekten Punkt zum Abspringen zu finden.
Den Zügel lockerte ich ein wenig und ließ die Stute mehr mitarbeiten, diese hatte erkannt, was von ihr erwartet wurde und übersprang das kleine Hindernis mit Leichtigkeit. Auch die anderen beiden übersprang sie gerade und ohne eine Stange abzuwerfen.
Im Kreis musste sie sich beim Springen etwas biegen, was aber kein größeres Problem für uns darstellte. Zwischendurch verfolgte ich die Gymnastik weiter, ritt kleinere und größere Zirkel und wechselte die Bahnen.
Noch einmal ritt ich die Hindernisse an, was die letzte Aktivität in diesem heutigen Training darstellen sollte.
Rose war nicht zu bremsen und erlaubte sich wieder keinen einzigen Fehler.
Ich parierte sie langsam in den Schritt herunter und lobte sie so oft es ging.

Wir befanden uns wieder im Putzplatz, wo ich sie soweit wieder herrichtete. Sie bekam einen Eimer Wasser und ein wenig Kraftfutter. Ich rubbelte den Schweiß ab, striegelte nochmal ordentlich drüber, sortierte Mähne und Schweif und kratzte die Hufe aus.
Nun bekam sie die restlichen Rübenstückchen und sie war zufrieden, so wie ich es war.
Nachdem sie wieder im Offenstall war, musste ich mich noch um das aufräumen kümmern, ich bugsierte die Stangen und die Teile der Hindernisse wieder in die Kammer der Reithalle, äppelte den Platz ab und schnappte mir diesmal sogar kurz die Harke, um den Sand etwas zu begradigen, da Rose sich teilweise wie ein Warzenschwein aufgeführt hatte. Ich brachte all die Sachen wieder zurück an ihren Platz und schaute noch einmal ins Reiterstübchen vorbei, um zu labern und etwas warmes zu trinken.

02.11.2012 23:24 Julia ist offline Email an Julia senden Beiträge von Julia suchen Nehmen Sie Julia in Ihre Freundesliste auf
Luna Luna ist weiblich
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Lecker schmecker Mann so früh Morgens.

:O Traummann was? Augenzwinkern

Geil großes Grinsen
Wie kann man fröhlich meckern?
Die Gegensätze sind super! großes Grinsen

Finde das sehr gut, dass du sie lange war reitest und auch ihr die Chance gibst, dass sie langsam reinkommst und Stück für Stück das Tempo erhöhst und nicht volle Kanne durch den Parcours prescht Augenzwinkern

Ja Pferde brauchen auch viel Lob und ab und zu auch Bestätigung, das merke ich zb immer wieder und da laufen die schon ganz anders.
Ich bin der Meinung sie verstehen uns manchmal o.O

Na das ist echt ein erfolgreiches Training Augenzwinkern
Einfach nur super!

Sehr gewissenhaft!
Danke für das aufräumen, abäppeln usw.
Du weißt echt wie man das alles macht (solltest vielleicht echt mal zu reiten anfangen Augenzwinkern )

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Ich bin nicht auf der Suche nach Ärger... der Ärger ist auf der Suche nach mir!

... after the Night when i wake up, i see what tomorrow brings ...

Herz Leben ist vergänglich, doch Liebe bleibt für die Ewigkeit Herz

05.11.2012 20:38 Luna ist offline Email an Luna senden Beiträge von Luna suchen Nehmen Sie Luna in Ihre Freundesliste auf
 
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