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Reitverein Sonnenstein » Die Berichte » Julia » Herbstrose » 25. Springtraining 2 » Hallo Gast [anmelden|registrieren]
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Julia Julia ist weiblich
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1967 Wörter

25. Springtraining 2 Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       IP Information Zum Anfang der Seite springen

Es war dunkel, kühl und ich hatte das Fenster groß geöffnet. Die kalte Luft tat gut, auch wenn ich etwas fröstelte. Dadurch das der Himmel fast wolkenlos schien, eröffnete mir dies einen wundervollen Blick auf die zahlreichen Sterne, die um die Wette blinkten. Ich lehnte mich entspannt gegen das Fensterbrett und versuchte sie zu zählen, doch ich gab es schnell auf. Christoph erschien an meiner Seite und flüsterte: „Ist es nicht kalt? Du wirst noch krank.“, dabei umfasste er meine Schultern, und gab mir etwas von seiner Wärme ab. „Sind sie nicht schön?“, murmelte ich verträumt, sodass es mein Freund aber noch hören konnte. Sein Blick wandte sich nun auch gen Sternenhimmel. „Ja die Sterne sind schön, aber können wir nicht einfach das Fenster schließen?“. Ich schüttelte nur mit dem Kopf und deutete auf einen besonderen Stern. „Siehst du den da? Der ist so hell und groß…“, dann war meine Träumphase vorüber und ich tat wie Christoph geheißen und schloss das Fenster. Ich hatte eine leichte Gänsehaut verkroch mich somit unter der warmen Bettdecke. Wir waren heute zu zweit im Kino gewesen. Deshalb übernachtete er ausnahmsweise heute mal bei mir, was nicht oft vorkam. Ich ließ den Film noch einmal Revue passieren, bis Christoph ebenfalls in Bett kam und wir dann auf der Stelle einschliefen.

„Na was hast du heute vor? Ich habe gehört Luna ist mit der Ausbildung an Rose fertig geworden?“. Wir saßen am Frühstückstisch und stärkten uns für den Tag. Nickend kaute ich mein Brötchenstück herunter. „Ja, ich werde mal mit Rose heute trainieren. Wie ich dir bereits erzählte, hat sie ein wenig Probleme mit dem Wassergraben, aber laut Luna, würde ich das mit ein bisschen Zuwendung und Training schon hinbekommen.“. Christoph nippte an seiner Tasse und war wie immer als Erster fertig mit dem Essen. „Da hast du dir ja was vorgenommen mit der alten Zicke.“. Kommentarlos verdrückte ich den letzten Rest. Er musste ständig auf meine eigenwillige Stute rumhacken, aber mittlerweile ging das ins eine Ohr rein und ins andere wieder raus. „Und, was steht heute bei dir an?“, fragte ich schließlich zurück. „Das übliche. Arbeiten und anschließend Ausreiten. Ich bedaure es sehr, dass du noch nicht mit ins Gelände darfst.“. Ich zuckte nur mit den Achseln. Wir räumten schließlich gemeinsam ab und verließen die Wohnung und liefen zum Hof, die wenigen Schritte. Wir liefen schweigend nebeneinander her und dies war auch gut so, mal nichts sagen zu müssen. Die Wolken waren im Gegensatz zum Vorabend zahlreicher geworden, doch noch nicht besorgniserregend und die milde Temperatur ermöglichte es mir auch, auf den Platz zu gehen. Christoph verabschiedete sich mit einem seichten Kuss und marschierte ins Reiterstübchen davon, ich dagegen lief dann in die Sattelkammer.

Aus meinem Spind entnahm ich den Führstrick und begann ein paar Äpfel zu zerkleinern. Rose würde sich mit Sicherheit über ein Begrüßungsgeschenk freuen, wie sie es immer tat. Ich packte es in die Putzkiste und nahm diese schon mal mit zum Putzplatz. Als ich diese abgestellt hatte, machte ich mich auf den Weg zum Offenstall, wo meine Stute sich befinden würde. Dass die Springausbildung so schnell und reibungslos ablaufen würde, hatte ich nicht erwartet, freute mich aber umso mehr darüber. Die Anglo-Araber Stute stand nahe des Gatters, was mir das Einfangen erleichtern würde, so hoffte ich jedenfalls. Rose erkannte mich, als ich das Gatter öffnete und dabei ihren Namen rief. Sie blieb stehen wo sie war und blickte mich neugierig an. Und schon hatte ich den Führstrick eingeharkt und konnte sie aus dem Offenstall herausführen. „Na meine Schöne. Wie ich hörte, hast du dich gut angestellt?“, sprach ich auf sie ein, während ich sie an einen der Pfosten anband. Jetzt bekam sie ihre Begrüßungsäpfel und verspeiste eins nach dem anderen. Ich beobachtete sie dabei, wie sie jedes Apfelstück zerkaute und runter schluckte. Dabei vergaß ich sogar, dass ich eigentlich mit dem Putzen beginnen sollte, was ich nach langen Streicheleinheiten auch tat. Roses Fell triefte nur so vor Dreck und ich hatte fast eine Dreiviertelstunde lang zu tun, diesen zu entfernen. Abschließend kratzte ich die Hufe aus, legte den Hufpik in den Koffer zurück, stellte diesen beiseite und besorgte mir Roses Sattel und Trense. Ich hatte mir auf Anraten Lunas einen richtigen Springsattel zugelegt, weil dieser einfacher bequemer war, für Reiter und Pferd. Den Gurt zog ich nicht ganz stramm, dann zog ich der Stute die Trense über den Kopf. Dann ließ ich sie angebunden stehen, um uns ein paar Hindernisse aufzustellen. Ich stellte zunächst einen Oxer auf, dann eine Mauer und schließlich den gefürchteten Wassergraben. Es hatte einfach keinen Zweck, damit zu warten an ihm zu üben.

In der Mitte des Reitplatzes gurtete ich noch einmal nach, stellte alles andere soweit ein und hievte mich auf Roses Rücken. Der Springsattel war etwas gewöhnungsbedürftig, aber mit der Zeit änderte sich das. Ich ritt die Stute an und begann mit der langwährenden Erwärmung. Wie immer ritt ich sie zehn Minuten im Schritt, zehn Minuten im Trab und etwa drei Minuten im Galopp. Danach versuchte ich ihre übrigen Muskeln zu lockern, indem ich einige Bahnwechsel durchführte, Schlangenlinien ritt und mich an den geliebten Übergängen probierte. Anstrengend aber effektiv. Rose schien nun für die Hindernisse bereit zu sein, die ebenso bereit waren, übersprungen zu werden. Etwas hibbelig war ich schon, es sind zwar nur 10 cm mehr, die Rose hier überspringen musste, aber dies erforderte auch eine erhöhte Konzentration meinerseits. Zuerst nahm ich den Oxer ins Visier, dem einfachsten Hindernis auf dem Platz. Die Stute schien zu wissen, was zu tun war und steuerte zielstrebig und ohne Furcht darauf zu. Ich gab ihr in dem richtigen Moment, die richtige Hilfe und schon waren wir wieder sanft gelandet. Ich ließ die anderen beiden Hindernisse erst mal außer Acht, wendete Rose und ritt erneut den Oxer an. Rose war schnell wie der Wind, sodass ich sie zurück nehmen musste, sonst wäre sie glatt durch den Oxer durch gerannt. Sie schien Flügel zu bekommen und benahm sich wie ein Rennpferd auf der Rennbahn. „Hooohhhhoooh.“, beschwichtigte ich sie lautstark und zog den Zügel sanft an. Sie schüttelte mit dem Kopf, wurde aber langsamer. Ich ritt an dem Oxer vorbei, da die Geschwindigkeit nicht langsam genug war, ich wollte ja nichts riskieren. Ein paar Runden ritt ich wieder um die ganze Bahn. Aus den Augenwinkeln heraus, sah ich eine Person näher kommen, aber es war nicht Christoph, es war kein anderer als Xaver Brandt, einer der Trainer. Wir hatten uns schon ewig nicht mehr gesehen. Deshalb war meine Freude so immens, als er am Zaun stehen blieb und mich anlächelte. Ich parierte Rose in den Trab und lenkte sie zu ihm herüber. Ich strahlte über das ganze Gesicht. „Xaver. Altes Haus. Lange nicht gesehen, was führt dich denn zu mir?“. Wir blieben am Zaun stehen und ich streckte ihm meine Hand entgegen, er erwiderte es mit einem festen Händedruck. „Ach ich wollte mal sehen, wie ihr euch so macht. Roses Ausbildung liegt mir sehr am Herzen, musst du wissen.“ Er zwinkerte mir keck zu und ich war etwas empört. „Ach und was ich für Fortschritte mache, interessiert dich wohl nicht?“. Sein Lachen war herzhaft. „Unsinn. Ich weiß doch, dass du immer mehr Fortschritte machst. Zwar mit langsamen Schritten, aber sie gehen vorwärts, nicht rückwärts. Gott sei Dank.“ Zufrieden nickte ich mit dem Kopf. Ich wendete Rose wieder zurück in die Bahn und ritt sie erneut warm. Zwar dauerte dies nicht ganz so lange, wie am Anfang, aber ich ging lieber auf Nummer sicher. Dann galoppierten wir gleichmäßig auf den Oxer zu. Rose sprang darüber mit Leichtigkeit. Xaver schien auch nichts zu meckern zu haben und blieb schweigend stehen. Ungefähr vier Mal übersprangen wir den Oxer, dann ging es zur Mauer über. Dieses Hindernis empfand ich als überaus unangenehm. Mir waren, die Hindernisse am liebsten, durch die ich hindurch sehen konnte, was bei der Mauer natürlich nicht der Fall war. „Treib sie mehr an, sonst verweigert sie.“, ertönte es vom Zaun. Sofort tat ich wie geheißen und gerade noch so konnte ich eine Verweigerung abwenden. Etwas unsanft landeten wir deshalb auf der anderen Seite. Rose schnaubte verärgert, ich entschuldigte mich bei ihr und wendete sie wieder zum erneuten Anreiten. „So ist es gut. Bleib bei dieser Geschwindigkeit.“. Für mich war es schon fast zu schnell, aber ich vertraute Xaver voll und ganz. Und Rose setzte brav über die Mauer. Ich lehnte mich im Sattel weit nach vorne und genoss den kurzen Flug durch die Luft. Auch hier übersprangen wir die Mauer noch einige Male. Xaver gab keine weiteren Kommentare ab, was mich dazu ermutigte, mich dem Wassergraben zuzuwenden, der Schwachstelle, die Rose beim A-Springen hatte. „Halte den Zügel länger, sei nicht so verkrampft und erhöhe die Geschwindigkeit.“, wies mich der Trainer an. Irgendwie kam Xaver heute wie gerufen, wie es mir durch einen Geistesblitz bewusst wurde. Wäre er nicht gekommen, wäre ich bestimmt schon längst mit Rose verzweifelt. Spätestens bei dem Wassergraben. Durch den Wind peitschte sich die Plane etwas hoch und gab für Rose seltsame Geräusche von sich. „Ganz ruhig.“, rief ich ihr zu und ritt das Hindernis weiterhin entgegen. Die Stute verweigerte und ich wäre beinahe nach vorne gekippt, so abrupt wäre sie stehen geblieben. „Sie merkt, dass du Angst hast. Bleib ruhig und versuche es noch mal.“. Mit weit aufgerissenen Augen starrte ich ihn einen Moment lang an und nickte dann schließlich. Ich ritt Rose vom Hindernis weg, drehte einen Zirkel und zielte den Graben wieder an. Dabei hielt ich mich an Xavers Anweisungen. Ich entspannte mich und dachte, der Sprung musste jetzt einfach klappen, doch kurz vorm Absprung, kam wieder ein Windstoß und blähte die Plane nach oben. Meine Stute scheute und rannte daran vorbei. Ich konnte sie schnell wieder beruhigen und ritt einige Zirkel zur Ablenkung. „Am besten du steigst ab, und zeigst ihr die Plane noch einmal ganz genau.“. Xaver befand sich nun direkt am Rande der Bahn. Anscheinend ratterte sein Gehirn und am liebsten würde er selber reiten, aber das würde uns nicht weiter bringen, weil er ganz anders ritt als ich. Ich stieg ab, stellte die Steigbügel nach oben und brachte Rose zum Wassergraben heran. Sie schnupperte gelassen daran und auch als ich mit ihr darüber spazierte, zeigte sie keinerlei Regung. „Wartet den Wind ab.“, befahl Xaver ausdruckslos. Als der Wind über die Plane fegte, wurde Rose wieder unruhig, ging aber nicht durch, da ich direkt neben ihr stand und auf sie einplapperte. „Jetzt steige auf und reite es erneut an.“. Wieder näherten wir uns dem Wassergraben, ich war völlig entspannt, die Geschwindigkeit war hoch genug und Rose verweigerte nicht und überwand den Graben, zwar zögerlich, aber dennoch war sie gesprungen. Sofort klopfte ich ihr lobend den Hals und begann einen neuen Versuch, als auch dieser gelang, begann ich wieder den Oxer zu überspringen, dann wieder die Mauer und dann über den Wassergraben. Zufrieden klopfte ich ihr abermals auf den Rücken und es war an der Zeit sie trocken zu reiten. Ich hatte ihre Kondition heute genug beansprucht.

„Danke. Xaver, du hast uns heute echt geholfen.“, grinste ich ihn an. „Keine Ursache, Julia. Ich bin einfach zufällig vorbei gekommen und das genau zum richtigen Zeitpunkt. Aber ich muss auch wieder von dannen schreiten. Ich will noch etwas mit Luna besprechen.“. Wieder gaben wir uns die Hand und ich sah ihm lächelnd hinterher. „Wenn wir ihn heute nicht dabei gehabt hätten, wäre uns nur der Oxer gelungen.“. Rose blickte mich nur treudoof an und folgte mir wieder zum Putzplatz zurück. Ich rieb sie trocken, putzte sie noch einmal gründlich, reinigte das Gebiss und hängte alles wieder ordentlich an den richtigen Platz zurück. Rose durfte nun wieder in ihren Offenstall und bekam, wie die anderen auch, eine kleine Extraportion Heu. Ich begab mich nun auf die Suche nach Christoph, um mich von ihm zu verabschieden.

26.11.2012 20:18 Julia ist offline Email an Julia senden Beiträge von Julia suchen Nehmen Sie Julia in Ihre Freundesliste auf
LunaHandy LunaHandy ist weiblich
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Das kommt sicher bald, dass du ausreiten darfst Augenzwinkern

Begrüßungsapfel ist aber echt lieb ^^

Geschrieben wie aus dem wahren Leben, schön.

Das meinte ich, dass sie noch ein bisschen Training braucht.
Und mit der Mauer hast du recht. Die ist wohl das ungeliebteste Hinderniss ich mag sie auch nicht xD

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Tränen sind nur ein Zeichen dafür,
dass man viel zu lange versucht hat stark zu sein unglücklich


29.11.2012 21:10 LunaHandy ist offline Email an LunaHandy senden Beiträge von LunaHandy suchen Nehmen Sie LunaHandy in Ihre Freundesliste auf
 
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